Wer glaubt, Stahl malen in der Stockholmer Metro erfordere Mut, der war noch nie in Lissabons Steilhang zugange. Die eigentliche „Königsdisziplin“ im europäischen Sprühsport findet nämlich im 45 Grad Winkel an den legendären Standseilbahnen Lissabons statt.
In fast jeder europäischen Metropole verbrauchen Writer ihr Adrenalin bei halsbrecherischen Fluchten über Gleisbette. In Lissabon sieht das Spektakel eher so aus:
Der „Elevador“ brettert mit sagenhaften 7 km/h die Kopfsteinpflastergasse hoch. Wer hier schnell noch einen Tag setzen will, muss nicht schnell laufen sondern schlichtweg mit dem Wagon mitspazieren. Anstatt im dunklen Tunnel im Verborgenen zuzuschlagen, sprüht man hier direkt vor den Augen von 40 Espresso trinkenden Omas auf den Balkonen und einer Traube von Touristen, die das Ganze ehrfürchtig für ihren Reiseblog fotografieren und filmen.
Das Resultat dieses ironischen Beitrags? Die gelben Waggons sind heute so dicht mit Farbschichten überzogen, dass der Motor wahrscheinlich 25% mehr Kraft braucht, nur um das schiere Gewicht der Lackschichten den Berg hochzuziehen.
Lissabon eben: Ein ganz besonderer Fleck für Street Art und Graffiti. 🙂