Wenn bröckelnde Ziegelfassaden, der Duft von Sprühfarbe und lebendige Soundkulissen aufeinandertreffen, ist klar: Die ibug ist zurück! Für die 2026er-Ausgabe kehrte das Festival für urbane Kunst an einen Ort zurück, der schon bei seiner Premiere im Jahr 2024 faszinierte: das ehemalige Muskator-Kraftfuttermischwerk in Riesa. Über drei Spätsommer-Wochenenden wandelte sich der verlassene Industriekomplex direkt an der Elbe in einen pulsierenden Kreativ-Hotspot.
Was macht die ibug so besonders?
Seit ihren Anfängen im Jahr 2006 steht die internationale brachenumgestaltung (ibug) für ein einzigartiges Konzept. Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt reisen Wochen vor Festivalbeginn an, um sich das Areal anzueignen. Wenn die Pforten für die Öffentlichkeit schließen, wird der Ort überlassen. Die Kunst ist flüchtig und lebt vor allem in den Köpfen der Besucher weiter. Statt weißer Museumswände dienen Staub, rostige Silos, alte Förderbänder und zerbrochenes Glas als Leinwand. Die Geschichte des Muskator-Werks wird nicht übermalt, sondern wird Teil der Kunstwerke. Murals, großflächige Grafitti und Stencils gehören ebenso dazu wie immersive Rauminstallationen, Lichtkunst, Skulpturen und digitale Performances.


Highlights 2026
Das riesige Gelände des früheren Futtermischwerks bot eine gigantische Kulisse. Wer durch die verwinkelten Hallen und dunklen Gänge spazierte, entdeckte hinter jeder Ecke neue Überraschungen. Von meterdicken, farbgewaltigen Wandgemälden in den oberen Stockwerken bis hin zu melancholisch-leisen Detailarbeiten in verlassenen Kontorräumen. Neben der Kunst im Innenbereich punktete das Festival wie gewohnt mit Festival-Vibes im Außenbereich: Ein entspannter Biergarten, DJ-Sets, Live-Musik, Podiumsdiskussionen und Foodtrucks luden dazu ein, den Spätsommer direkt am Elbufer ausklingen zu lassen.

Die ibug beweist jedes Jahr aufs Neue, wie viel Leben in vermeintlich „toten“ Orten steckt. Riesa hat mit dem Muskator-Werk eine beeindruckende Transformation erlebt. Ein Paradebeispiel dafür, wie zeitgenössische Street-Art und ostdeutsche Industriekultur eine Symbiose eingehen. Wer das Festival verpasst hat, kann sich nur auf das nächste Jahr freuen: Denn wo die Reise der ibug als Nächstes hingeht, bleibt bis zuletzt eines der bestgehüteten Geheimnisse der Urban-Art-Szene!

